Färberei & Textilveredelung
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Wirtschaft/Textilveredelung bleibt auf Wachstumskurs

Erfolgsgeschichte der seltenen Art

Die Kunden kommen aus ganz Europa - Zahl der Beschäftigten verdoppelt

Erfolgsgeschichten sind in der Textilindustrie auf der Schwäbischen Alb selten geworden. Eine schreibt seit nunmehr drei Jahren der Ausrüster Dolinschek GmbH, der sich auf dem ehemaligen Ambrosius-Heim-Areal niedergelassen und dort 40 Arbeitsplätze geschaffen hat.

Burladingen
Als die Brüder Theo und Erwin Dolinschek die Ausrüstung der insolventen Firma Ambrosius Heim kauften und ihr Unternehmen von Neufra an die Burladinger Eichhalde verlegten, war es der Überraschungscoup schlechthin. 19 Beschäftigte nahmen am 1. März 2001, also genau vor 3 Jahren, am neuen Firmensitz die Arbeit auf. Mittlerweile hat sich die Zahl der Beschäftigten mehr als verdoppelt.
Nach und nach hat die Dolinschek GmbH ihre Mitarbeiter auf 40 gesteigert. „Tendenz nach wie vor leicht steigend, sagt Geschäftsführer Theo Dolinschek. Und auch räumlich hat man sich ausgedehnt. Nach der Heim-Färberei hat Dolinschek noch das angrenzende alte Fauler-Gebäude gekauft und seine Betriebsfläche damit auf 11.000 Quadratmeter ausgedehnt. Das alles war die konsequente Reaktion auf die Steigerung der Auftragslage. Unsere Erwartungen und Ziele wurden weit übertroffen, sagt Dolinschek. Inzwischen macht der Burladinger Ausrüster nur noch ein starkes Drittel seines Umsatzes in der Region. Der Löwenanteil des Geschäftes wird mit überregionalen und (zu zehn bis 15 Prozent) sogar mit internationalen Kunden in der Schweiz, in Österreich und Großbritannien abgewickelt. Eines der Erfolgsrezepte der Firma liegt in der Diversifizierung der Produkte, die veredelt werden. Wir sind auf vielen unterschiedlichen Schienen tätig. Dadurch erreichen wir eine gleichmäßige Jahresauslastung und sind wenig abhängig von saisonalen Schwankungen der Mode, sagt Theo Dolinschek. Seine Firma veredelt verschiedene Materialien für Oberbekleidung ebenso wie Wäsche und Miederwaren, Sportbekleidung (Trikots für Radsportler und Fußballer) sowie technische Stoffe vom Brillenputztuch bis zu Abdecktüchern, wie sie in Operationssälen verwendet werden. Das alles erfordert höchste Präzision in der Produktion. Um die steigenden Anforderungen der Kunden zu erfüllen, hat die Firma Dolinschek in den vergangenen drei Jahren annährend zwei Millionen Euro in die Modernisierung ihres Maschinenparks investiert. Mittlerweile ist der Betrieb mit 35 überwiegend neuen Hightech-Färbeanlagen ausgestattet.
Auch im Labor ist Innovation angesagt: Die jüngste Errungenschaft ist eine hochpräzise Labordosieranlage, wie sie laut Theo Dolinschek „einzigartig im Zollernalbkreis ist.“ Waren die Rezepturen für täglich 150 verschiedene Farbtöne bislang von (Laborantinnen-)Hand gemischt worden, so geschieht dies nun vollautomatisch und damit mit unübertrefflicher Präzision. Der Farbcocktail-Mixer im Hause Dolinschek ist ein Roboter. Die Fachkräfte werden dennoch nicht überflüssig. Ihr Job ist es jetzt, die Maschine zu bedienen. Apropos Innovation: Stolz ist Theo Dolinschek auch auf die Vakuum-Absaugeanlage für runde Maschenware, die seine Firma in Burladingen in Betrieb genommen hat. Das ist, so versichert er, weltweit die erste und einzige ihrer Art.
Nichts Außergewöhnliches, aber für die Kostendämpfung äußerst wichtig ist die Wäremrückgewinnungsanlage, die in der Dolinschek-Ausrüstung neu installiert worden ist. Sie schafft es, die rund 500 Kubikmeter Abwasser, die täglich beim Färben anfallen, von etwa 60 auf 20 Grad abzukühlen. Die Wärme, die dem Wasser entzogen wird, kann wieder verwendet werden, um im Produktionsprozess das Frischwasser aufzuheizen. Dolinschek. So schaffen wir es, die Energiekosten im Griff zu halten.